von Brigitte Hagedorn | Podcasting - Produktion, Podcasting - Verbreitung |
Einige Podcaster beginnen die Folgen ihres Podcasts mit der Nummer 0 zu zählen. In dieser Folge erzählen sie, wer sie sind und was sie in den kommenden Episoden vorhaben. Vielleicht auch, wer oder was sie zum Start des Podcasts geführt hat und sie berichten über das Warum. Das ist dann die Nullnummer!
Sind Nullnummern sinnvoll?
Mit einem Podcast bauen Sie bei Ihrer Zielgruppe Vertrauen durch die persönliche Ansprache auf. Das geschieht jedoch nicht in einer Episode, sondern Vertrauen braucht etwas Zeit und wächst in der Regel durch regelmäßiges Zuhören. Dafür ist der Inhalt ausschlaggebend. Interessiert mich das Thema? Gefällt mir die Art und Weise, wie es präsentiert wird? Wenn Sie einen Podcast für Ihr Marketing nutzen wollen, haben Sie ein Konzept erarbeitet und ein Ziel für das Projekt Podcast formuliert. Ganz gleich, wie Sie diese Nullnummer gestalten, kommt sie wirklich Ihrem Ziel zugute? Vielleicht denken Sie, Sie müssten Ihren zukünftigen Hörern ja erst einmal allgemeine Grundlagen vermitteln? Das müssen Sie in der Regel nicht! Oder hören Sie sich Podcasts zu einem Thema an, von dem Sie noch nie etwas gehört haben? Podcasts sind ein sehr zielgerichtetes Instrument. Podcast-Hörer stolpern selten über Sendungen, sondern suchen gezielt nach Informationen. Das heißt, Ihre Hörerinnen und Hörer sind nicht ganz unbedarft. Und was sie an Vorwissen brauchen, um Ihren Inhalten folgen zu können, ist eine Frage der Zielgruppe, an die Sie sich wenden. In jedem Anfang steckt ein Zauber: Auf den klassischen Podcastverzeichnissen wie iTunes, podcast.de und podster werden neue Podcasts prominent auf der Startseite genannt. Neue Podcasts und neue Episoden.
Schade, wenn dann jemand in den Podcast reinhört und nur von Ihren Plänen erfährt und sich nicht vom Nutzen Ihres Podcasts überzeugen kann. Außerdem bietet der Start jede Menge Möglichkeiten, um den Podcast zu promoten und die Aufmerksamkeit auf Ihr Podcastblog zu lenken. Denn die zweite Folge ist oft schon keine Nachricht mehr und damit nicht relevant für eine Pressemitteilung. Bei Podcasts, die bereits eine längere Karriere hinter sich haben, hört in der Regel niemand als erstes die erste Sendung an, in diesem Fall die "nullte". Also kann diese auch nur eine Einführung für Hörer sein, die von Anfang an dabei sind. Und wer bereits mehrere Episoden gehört hat, muss Sie nicht mehr kennenlernen und auch nicht wissen, was Sie vorhaben. Sie oder er kennt Sie ja bereits. Eine Nullnummer ist kein Pilot. Ein Pilot-Projekt zum Beispiel ist ein Projekt, welches eher einem Versuch entspricht. Es spricht nichts dagegen zu versuchen, ob Sie einen Podcast an den Start bringen können. Aber muss er dann veröffentlicht werden? Und ein großer Teil der Pilot-Filme, mit denen die Akzeptanz beim Publikum getestet werden soll, wurde nie gesendet. Und wenn Sie erstmal ausprobieren möchten, ob Sie mit einem Podcast etwas erreichen können und ob das wirklich das richtige Medium für Sie ist, dann wird Ihnen eine Nullnummer keine brauchbaren Ergebnisse liefern.
Alternative zur Nullnummer
Zeigen Sie in der ersten Folge - also der Episode 1 - Ihren Hörerinnen und Hörern, was Sie zu bieten haben. Natürlich sagen Sie am Anfang, dass das der Start eines neuen Podcasts ist und was Sie vorhaben. Das sind zwei drei Sätze und dann geht's los. Was soll der Nutzen Ihres Podcasts sein? Möchten Sie praktische Tipps geben oder über Hintergründe informieren? Ganz gleich, was es ist, Wählen Sie für die erste Folge ein Thema aus, welches für viele Menschen Ihrer Zielgruppe relevant ist. Und bereiten Sie es so auf, dass deutlich wird, wie Sie zukünftig Ihre Folgen gestalten wollen und geben Sie einen Vorgeschmack von dem, was Sie Ihren Hörern zukünftig bieten wollen. Tun Sie es und reden Sie nicht nur darüber! Wenn Ihre Hörer nach der Folge denken, dass das Gehörte interessant war und Sie erwarten, dass zukünftige Inhalte ebenfalls relevant für sie sind, steigt die Chance einen Hörer und Abonnenten zu gewinnen. Und auch, dass dies weiter gesagt wird. Und noch mehr steigt die Chance auf Hörer, wenn Sie einen Cliffhanger einbauen und beispielsweise bereits ankündigen, um was es in der folgenden Episode gehen wird. Oft ist es so, dass gerade die ersten Episoden noch nicht so geschmeidig laufen. Sie sind beispielsweise noch nicht so sicher am Mikrofon oder der Audioschnitt ist etwas holprig. Das ist kein Problem. Sie sollten Ihr Konzept gut durchdacht haben und vermutlich wird es etwas länger dauern, bis die erste Sendung steht. Doch für Perfektionismus ist kein Platz, wenn Sie etwas Neues beginnen. Und sagen Sie doch einfach, dass das die erste Sendung ist und Sie noch etwas Übung brauchen. Dafür wird jeder Verständnis haben. Das besondere an Podcasts ist, dass durch diese Technologie jeder zum Sender werden kann und seine Botschaften veröffentlichen kann. Und wir sind nicht alle professionelle Sprecher und Moderatoren, haben aber trotzdem etwas zu sagen. Um Ihre Sendungen zu verbessern und den eigenen Stil zu finden, haben Sie noch in vielen Folgen Gelegenheit. Was halten Sie von Nullnummern? Notwendig oder überflüssig? Nutzen Sie die Kommentarfunktion!
von Brigitte Hagedorn | Podcasting - Produktion |
Ich habe schon viel Gutes über den Audioeditor Hindenburg Journalist gehört. Das Team von Hindenburg möchte die technischen Hürden abbauen, die zwischen den Machern und ihrem Publikum stehen. Und das scheint Ihnen auch für die Podcasterinnen und Podcaster gelungen zu sein.
Grund genug, mir Hindenburg Journalist mal genauer anzusehen und Ihnen vorzustellen.
Ein Editor für Windows-Freunde und Apple-Fans
Hindenburg Journalist läuft unter Windows und Mac OS X. Im Unterschied zu Audacity (der auf diesem Blog bisher vorgestellte Audioeditor) handelt es sich bei Hindenburg Journalist um einen nicht-destruktiven Audioeditor. Das bedeutet, Sie können schneiden und löschen, verschieben und kopieren soviel Sie möchten. Sie kommen immer wieder zu Ihrer Originalaufnahme zurück.
Der erste Eindruck ist übersichtlich und aufgeräumt. Vier Spuren bekommen Sie beim ersten öffnen angezeigt. „Sprache“, „Interview“, „Atmosphäre“ und „Musik“. Diese Bezeichnungen lassen sich mit einem Doppelklick auf den Namen einfach ändern. Den Spuren sind keine besonderen Eigenschaften zugewiesen, so dass auf die Musik-Spur nur Musik dürfte oder der Sprache-Spur ein besonderes Profil zugeordnet wäre.

Tonspurkopf
Um neue Spuren anzulegen oder zu löschen, klicken Sie auf das kleine Dreieck im Tonspurkopf oder gehen in der Menüleiste auf „Datei“ > „Eigenschaften“ > „Spuren“. Hier können Sie die Spuren verschieben, entfernen oder neue hinzufügen.
Die Aufnahme
Wenn Sie eine Aufnahme starten möchten, dann müssen Sie als erstes die entsprechende Spur aktivieren. Das tun Sie mit einem Klick auf den roten Button im Spurkopf. (siehe Screenshot oben).
Die Aussteuerungsanzeige finden Sie am Fuß der Programmoberfläche, ebenso wie den Record-Button.
In dieser Leiste sehen Sie weitere Transportwerkzeuge, mit denen Sie in den Spuren navigieren können sowie Zeitangaben der ausgewählten Tonstücke oder zur Position des Cursors.
Automatische Pegelkorrektur
Hindenburg Journalist verfügt über eine automatische Pegelkorrektur. Das heißt, die Lautstärke Ihrer Aufnahmen oder Ihrer importierten Audios wird automatisch angepasst. Die Pegeleinstellung orientiert sich an Standards im Hörfunk. Das ist sehr hilfreich, denn bei der Korrektur wird auch die unterschiedliche Lautheit von Musik und von Sprachaufnahmen berücksichtigt. Viel zu laute Jingles haben so keine Chance mehr 😉
Sie können die automatische Pegelkorrektur natürlich auch deaktivieren. Nutzen Sie Mac OS X gehen Sie dazu im Menü auf „Hindenburg“ > „Einstellungen“ > „Erweitert“. Unter Windows sind die Einstellungen sicherlich ebenfalls gut zu finden.
Favoriten und Zwischenablage
Beim Podcasten greift man immer wieder auf gleiche Audiodateien zurück: Das Intro, das Outro oder akustische Trenner. Diese kann man in Hindenburg unter „Favoriten“ ablegen und kann sie bei Bedarf mit Drag-and-drop auf die Oberfläche bewegen.
Wenn das Favoriten-Fenster rechts auf Ihrer Oberfläche nicht sichtbar ist, gehen Sie auf „Ansicht“ in der Menüleiste und wählen hier „Favoriten“.
Es öffnet sich ein schmales Fenster in welches Sie mit der rechten Maustaste hineinklicken und „Importieren“ wählen. Der Dateimanager öffnet sich und Sie können die entsprechende Datei auswählen. Diese bleiben in den Favoriten gespeichert.
Wenn Sie ein neues Projekt beginnen, können Sie sie bei Bedarf einfach aus dem Favoriten-Fenster auf Ihre Programmoberfläche ziehen.
Ich erstelle oft und gerne O-Toncollagen. Dabei wird mir mit Hindenburg Journalist die „Zwischenablage“ viel Zeit sparen. Auf dem gleichen Weg wie zu den Favoriten, kommen Sie zu dem Zwischenablage-Fenster. Wenn es nicht sowieso schon sichtbar ist.
Hier können Sie bis zu zehn Gruppen anlegen, diese individuell beschriften und die einzelnen, dort abgelegten Clips, auch abhören. Dafür halten Sie den Playbutton gedrückt. Sie können hier Clips importieren, wie bei den Favoriten.
Oder Sie markieren einen Teil in Ihrer Tonspur, halten „ctrl“ oder die „cmd“-Taste und ziehen den Clip in die entsprechende Gruppe.
Schneiden, markieren, entfernen und verschieben
Ihre Aufnahme oder importierte Datei ändert die Farbe von blau nach orange, sobald Sie sie anklicken. Jetzt ist dieser Clip „ausgewählt“.
Den Cursor können Sie an einer bestimmten Stelle in der Spur setzen, in dem Sie an die entsprechende Stelle in der Zeitliste klicken.
Klicken Sie auf „Trennen“ in der Werkzeugleiste, wird der Clip getrennt und Sie können die einzelnen Teile verschieben.

Sie möchten einen Satz oder ein Wort entfernen? Dann setzen Sie einen Marker an den Anfang der Auswahl mit einem Klick in die Zeitleiste oder die Spur und benutzen die Taste „i“. Setzen Sie einen zweiten Marker an das Ende der Auswahl und klicken „o“. Der gewählte Bereich ist jetzt etwas dunkler und mit einem Klick auf „Löschen“ in der Werkzeugleiste verschwindet er.
Und da, wie eingangs erwähnt, Hindenburg Journalist ein nicht-destruktiver Audioeditor ist, können Sie Buchstaben oder Worte die versehentlich entfernt wurden, einfach zurückholen. Dafür klicken Sie an den Rand der „Schnittstelle“ – ein kleiner Doppelpfeil wird sichtbar – und Sie ziehen den eben entfernten Teil einfach wieder auf.
Das kann Audacity nicht, weil es ein destruktiver Audioeditor ist.
Export in unterschiedliche Audioformate
Mit „Exportieren“ in der Werkzeugleiste können Sie Ihr Audioprojekt in einem „abspielbaren“ Audioformat speichern. Auch hier bietet Ihnen der Editor eine Auswahl an komprimierten und unkomprimierten Formaten an.

30 Tage kostenlos testen
Um den Editor Hindenburg Journalist sich genauer anzusehen und auszuprobieren haben Sie 30 Tage Zeit. Ist die Testphase vorüber, kostet das gute Stück 85,- Euro.
Mein Fazit: Ein toller Editor zu einem guten Preis. Mein Herz hat er schon gewonnen 🙂
Ich werde zukünftig weitere kleine Tutorials auf meinem Blog teilen. Doch müssen Sie darauf nicht warten. Hindenburg Journalist verfügt über eine gute Hilfe, mit Texten und kleinen Videos und ist – wenn man das Prinzip einmal verstanden hat – intuitiv zu bedienen.
Wer auf Audacity schwört oder keine Lust hat, sich in ein anderes Programm einzuarbeiten, wird natürlich auch weiterhin hier mit Infos dazu versorgt.
Viel Spaß beim Testen! – Teilen Sie mir und den anderen Lesern Ihre Erfahrungen doch in den Kommentaren mit. Auch Fragen sind willkommen!