(Dieser Text wurde am 09. November 2017 aktualisiert.)
Es gibt eine Reihe einfacher und wirkungsvoller Tipps, die man beim Schreiben fürs Hören beachten sollte. Und viele dieser „Regeln“ gelten auch für Texte im Internet. Zum Beispiel sind kurze Sätze besser als lange verschachtelte Sätze, Verben besser als Substantive, Wörter mit wenig Silben besser als Wörter mit vielen Silben. Füllwörter und Phrasen können Ihren Text „aufweichen“, Fremdwörter und Anglizismen unnötig das Lesen erschweren.

Wenn Sie viel schreiben, sind Ihnen diese Hinweise sicherlich bekannt und ganz automatisch berücksichtigt man sie. Manchmal bietet es sich an, seine Texte noch mal genau zu prüfen. Sie kennen sicherlich auch die Betriebsblindheit den eigenen Texten gegenüber. – Nicht nur bei der Rechtschreibung.

Texte überprüfen auf Schreiblabor.com

Im Netz gibt es ein tolles Tool, das Ihre Texte genau auf diese kleinen Dinge hin überprüft. Auf Schreiblabor.com im Menü unter Text überprüfen können Sie Ihre Texte auf „Bindewortentzündung“ prüfen, auf Füllwörter untersuchen und eine Textanalyse durchführen. Kopieren Sie dazu Ihren Text jeweils in das Feld rechts neben der Wortauswahl bzw. links neben den Erläuterungen zur Textanalyse.  Ein Klick auf  den grünen Button Text prüfen startet die Analyse.

Mit der „Bindewortentzündung“ wäre ich besonders bei Hörtexten vorsichtig. Bindeworte helfen hier die Sätze zusammenzuhalten und von einem Gedanken zum nächsten zu führen. Das gilt auch für das eine oder andere Füllwort. Doch die Textanalyse ist wirklich praktisch.

Ich habe das mit diesem Text, soweit er bereits geschrieben war, gemacht und folgendes Ergebnis erhalten:

Screenshot der Plattform Schreiblabor mit Analyse

Ich sehe rot 😉 Rechts finde ich die genauen Erklärungen. Ich sehe, dass ich 19 Sätze geschrieben habe und 217 Wörter. Das zeigt mir immerhin, dass der Text nach SEO-Richtlinien noch zu kurz wäre. Unterschiedliche Wörter habe ich 145. Das hilft mir jetzt allerdings nicht besonders viel. Denn natürlich habe ich Worte wie „und“, „Text“ oder „Sätze“ mehrmals benutzt. Lassen Sie sich von dieser Angabe – vor allem bei Hörtexten – nicht verleiten, idiotische Synonyme zu finden, um diese Zahl zu erhöhen. Gerade beim Hören schafft Wiederholung Verständlichkeit. Und bei Texten im Internet ist eine gewisse Dichte, also ein wiederholen Ihrer Keywords gut, damit er bei Google mehr Beachtung findet.

Kurze Sätze, kurze Wörter

Der geprüfte Textabschnitt hat durchschnittlich 11,42 Wörter pro Satz. Das ist gut. 14 bis 16 Wörter pro Satz werden häufig genannt, wenn es um gutes Schreiben geht. Doch manch einer findet das noch zu lang und plädiert für maximal 13 Wörter. Die Botschaft „Yes we can!“ ist hier gerne Vorbild 😉 Kurze Sätze sind der gesprochenen Sprache sehr nah, was sie wieder für Hörtexte prädestiniert.

Silben weist mein Text insgesamt 407 auf, das macht im Durchschnitt 1,88 Silben pro Wort. „Yes we can“ hat einen Durchschnitt von 1,0 Silben. Das dürfte in einem vernünftigen Text unmöglich sein, doch ich werde den Text auf lange Wörter nochmal lesen. Dabei kann ich gleich auf Substantive achten und diese eventuell durch Verben ersetzen.

Dieses Textanalyse-Tool gibt außerdem die Anzahl der langen Wörter und der langen Sätze – absolut und in Prozent – an. Mehr als 6  Silben pro Wort gelten dem Tool als lang und 30 Wörter pro Satz. Diese Vorgaben kann man allerdings individuell verändern. Das ist interessant, wenn Sie beispielsweise nach den Regeln der leichten Sprache texten. Aktion Mensch schlägt vor, dass Sätze in Leichter Sprache auf acht Wörter beschränkt sein sollen, um die Verständlichkeit zu gewährleisten.

Phrasen, Füllwörter und Anglizismen

Selbst entscheiden können Sie außerdem, ob Ihr Text auf Phrasen, Füllwörter und Anglizismen geprüft werden soll. Mein Text wurde geprüft und das hat ihn so schön bunt gemacht 😉 Schreiblabor.com ist hier gnadenlos, weist aber an anderen Stelle in einem Text auf Sinn und Unsinn von Füllwörtern hin. Denn Füllwörter sind eine Möglichkeit um „eine bestimmte Haltung auszudrücken oder Texte mit Emotionen zu versehen“. In dem Fall würden daraus häufig Modalpartikel oder Konjunktionen. Und auf die kann man nicht immer  verzichten. Besonders in Hörtexten sind beide hilfreich für das Hörverständnis. Konjunktionen führen die Hörer durch den Beitrag, machen Zusammenhänge deutlich und Modalpartikel sind ein besonderes Merkmal der gesprochenen Sprache.

Als erstes fällt mir das rote und fett gedruckte „Zum Beispiel“ auf. Es wurde als Phrase markiert. Unterhalb des Fensters der Auswertung finden Sie eine Auswahl weiterer Phrasen. Klicken Sie auf Phrasen auswählen und schauen Sie, ob Ihre Lieblingsphrasen dabei sind 😉 „Zum Beispiel“ steht ganz unten in der Liste. Da ich keine „Phrasendrescherin“ sein möchte, würde ich das streichen 😉

Textanalyse - Phrasen auswählen

Doch wie sieht es mit den Füllwörtern aus? Unter Füllwörter auswählen finden Sie ebenfalls eine umfangreiche Auswahlliste. Meine Lieblingsfüllsel wie „auch“ und „quasi“ sind dabei. Von einigen werde ich mich trennen, da sie eindeutig überflüssig sind. Etwa das „ganz“ vor „automatisch“, „sicherlich“ habe ich gleich zweimal in einem Absatz und „genau“ scheint mir auch zu liegen 😉 Auf jeden Fall zwingt mich diese Analyse, genau zu hinterfragen, was ich genau sagen will. Übrigens: Den Eingangstext habe ich jetzt nicht geändert, damit Sie dies hier besser nachvollziehen können.

Ganz rechts bekommen Sie außerdem einen Hinweis zum Lesbarkeitsindex. Ist Ihr Text anspruchslos oder sehr schwierig zu lesen.

Mein Fazit: Schreiblabor.com bietet mit ihrem Analysetool einen prima Dienst an. Ab und zu kann man hier seinen Schreibstil überprüfen und sich die Phrasen, Füllwörter oder andere Schreibeigenarten bewusst machen. Um  bessere Texte zu schreiben, fürs Hören oder Lesen. Außerdem bieten Susanne Strecker und Stephanie Bösel noch weitere Dienstleistungen wie Korrektorat, Lektorat, E-Book-Konvertierung und mehr an.

Ein ähnliches kostenloses Tool stelle ich Ihnen in Das Textanalyse-Tool für bessere Hör-und Lese-Texte vor.

Und wenn Sie Ihre Hörbeiträge frei sprechen, also kein Manuskript schreiben? Dann ist vielleicht der Beitrag Audiobearbeitung mit Audacity: Füllwörter gehören in den Müll interessant für Sie.

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Brigitte Hagedorn

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