Audiobearbeitung mit Audacity: Füllwörter entfernen

von | Jun 26, 2014 | Audacity - der Audioeditor, Podcasting - Produktion | 1 Kommentar

Jedem kommt es mal über die Lippen. Ein „ähm“ oder „äh“. Und das ist auch nicht schlimm. Auf diese Füll-Laute oder auch Verlegenheitslaute – diese Bezeichnung finde ich noch treffender  – greifen wir zurück, um eine Sprechpause zwischen zwei Wörtern oder sprachlichen Einheiten zu überbrücken. Es ist eine Denkpause. Immerhin benutzen wir zwei bis sieben Wörter pro Sekunde und wählen dabei aus etwa 40 Tausend Wörtern aus. Das braucht seine Zeit 😉

Leider ist es gar nicht so einfach, in dieser Denkpause einfach zu schweigen. – Mir könnte dann ja jemand ins Wort fallen und es ist halt so still …

Doch oft ist es eine Marotte und man selbst merkt es gar nicht. Bei den Toastmasters, einem international organisierten Redeclub, werden die Redner sehr deutlich darauf hingewiesen. Bei der Beurteilung der Reden gibt es einen Ä-Zähler. Der oder die zählt „ähs“ und „ähms“, „hmms“ und andere Füllwörter, wie „eigentlich“, „auch“, „doch“ und auch das „aber“, welches nicht immer sinnstiftend ist. Die ersten drei Füllwörter dieser Art werden mit einem akustischen Signal für alle hörbar. Das schult den Redner und die Zuhörer. Und ist man erstmal dafür sensibilisiert, achtet man auch in der eigenen Rede darauf.

Als Podcaster hören wir unsere eigenen Verlegenheitslaute, wenn wir den Beitrag oder das Interview bearbeiten und werden so sensibilisiert. Ich liebe zum Beispiel ein „quasi“ und auch „sozusagen“, und häufig beginnen meine Fragen mit einem „hmm“.  Da ich nicht live sende, lassen die sich natürlich noch entfernen. Und auch wenn es mühsam sein kann, bin ich sehr fürs Entfernen.

„Ähs“ bei der Audiobearbeitung entfernen

Im Audio-Podcast ist die Stimme der einzige Vermittler der Inhalte. Die Hörer sind der Stimme ausgeliefert und so stören diese kleinen Füllwörter sehr viel mehr als in einem Gespräch. Auch bei einem Vortrag, einer Präsentation machen sie keinen guten Eindruck, doch fallen sie weniger ins Gewicht.

Nicht bei allen ist das möglich. Die „ähs“ und „ähms“ sind oft sehr in die Sprache eingebettet. Dann ist ein Füllwort einem hörbaren Schnitt gegenüber immer vorzuziehen. Doch wenn Sie sich Ihre Tonspur vergrößern, treffen Sie meistens den richtigen Teil und können ihn unbemerkt entfernen.

Feinschnitt in Audacity

Mit dem freien Audioeditor Audacity gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

Setzen Sie Ihren Cursor vor das Füllwort. Mit den Zoombuttons oben in den Bearbeitungswerkzeugen können Sie die Ansicht vergrößern oder verkleinern.

audacity-zoomen

 

Schneller geht das mit Shortcuts. Ctrl + 1 zoomt in die Spur rein, Ctrl + 3 wieder raus. Mit CTRL + 2 gelangen Sie wieder in die Normalansicht und mit Ctrl + F sehen Sie Ihr gesamtes Projekt übersichtlich im Fenster.

Markieren Sie den Bereich, den Sie entfernen wollen und mit der Taste C hören Sie den Schnitt vor. Das heißt, Sie können sofort erkennen, ob Sie den richtigen Teil markiert haben und ob der Schnitt zu hören ist. Eventuell müssen Sie noch nachbessern. Auch das geht mit den Tastaturkürzeln schnell und sehr fein. Mit Shift + left bzw. right wird der markierte Bereich größer, mit Shift + Ctrl + left bzw. right wird er kleiner. Und mit C können Sie immer wieder den Schnitt vorhören.

Sie müssen es ja nicht übertreiben, doch wird Ihre Sendung gewinnen, wenn Sie zuviele überflüssige Verlegenheitslaute entfernen. Ohne wirken Sie oder Ihr Interviewpartner, kompetenter, sicherer und überzeugender. Und letzterer wird es Ihnen danken!

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Brigitte Hagedorn

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