von Brigitte Hagedorn | Podcasting - Produktion |
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Wenn ich meine Manuskripte schreibe, möchte ich gerne wissen, wie lang – ungefähr – der Text gesprochen ist. So ein bisschen habe ich da schon einen Blick für, doch schnell verliert man dies aus den Augen – und Kürzen ist oft eine langwierige Aufgabe.
Das passiert nicht mit iA Writer for Mac, einem minimalistischen Texteditor (mehr …)
von Brigitte Hagedorn | Podcasting - Produktion |
Da das Verbreiten und Veröffentlichen eines Podcasts in der Regel nicht zur täglichen Routine eines Podcasters gehört, müssen dabei viele Details immer wieder nachgeschaut werden. Das kostet Zeit. Daher habe ich mir für meine Podcasts Checklisten erstellt. So habe ich alle Informationen griffbereit, kann nichts vergessen und spare Zeit und Nerven 😉
Punkte für Ihre Checkliste:
- Zugangsdaten. Zum Blog, zum FTP-Zugang oder zum Podcast-Hostingservice.
- Die Maße der Bilder oder Grafiken die auf dem Podcastblog veröffentlicht werden.
- Der Ort (plus Zugangsdaten) an dem die Audiodatei hochgeladen wird.
Oft wird ja nur ein Link in den Beitrag eingefügt und der kann zu jedem beliebigen Server führen.
- Die ID3-Tags, die Metadaten.
Das können sein der Autorenname, Titel des Podcasts, URL der eigenen Homepage, Kategorien, Datum, Kategorie, Hinweis aufs Copyright.
- Coverbild. Das kopiere ich dann direkt aus meiner Checkliste. Ich füge das Coverbild übrigens immer mit Hilfe des Clients iTunes ein. Wie das geht, lesen Sie hier.
- Liste der Social Media Plattformen auf denen der Link zur neuen Episode veröffentlicht werden soll.
- Foren und Presseportale auf denen auf die neue Episode hingewiesen werden soll.
- Andere Aktivitäten im Rahmen einer neuen Episode. Zum Beispiel zusätzliches Hochladen auf SoundCloud.
- Information an den Interviewpartner senden.
Zeit sparen beim Podcasten mit Checklisten
Ein weiterer Vorteil einer solchen Checkliste – neben Zeit sparen und Nerven schonen – ist, dass man diese Arbeiten damit auch gut delegieren kann 😉
von Brigitte Hagedorn | Podcasting - Produktion |
Um den zeitlichen Aufwand für die Podcast-Produktion zu verringern, arbeite ich mit Vorlagen. Ich erstelle mir Vorlagen für den Inhalt, das ist dann mein Manuskript und Projektvorlagen für die Audiobearbeitung. Die Manuskript-Vorlage lege ich in meiner Textverarbeitung schon bei der Konzeptionierung des Podcasts an und ergänze sie bei der Erstellung der ersten Episode. Die Audio-Projektvorlage entsteht bei der Produktion der ersten Episode.
Wie kann eine Text- oder Manuskript-Vorlage aussehen?
Kürzel und Nummer der Episode sowie der Titel
z.B.: PueP_001 – Alles was Recht ist
Intro/Begrüßungsformel
Das Intro meines noch jungen Podcasts besteht aus einem Jingle, auf dem ich mit einer Begrüßung starte – „Herzlich willkommen beim Podcast übers Podcasten. Mein Name ist Brigitte Hagedorn.“
Einstieg oder Situierung
In diesem Teil werden die Hörer in die Situation, den Kontext, eingeführt. Sie werden „abgeholt“, damit sie das Gehörte leichter nachvollziehen und verstehen können. Beispielsweise erzählen Sie hier erstmal, um was es in den nächsten Minuten (oder auch der nächsten Stunde) gehen wird und warum es sich lohnt zuzuhören. Denn Ihre Hörer sehen keine Bilder, keine Schlagzeilen oder Absätze. Nichts was ihnen einen Überblick über das Kommende liefert. Viele Hörer haben vermutlich schon den Titel gelesen und manchmal auch die Shownotes, doch gerade beim mobilen Hören fällt das leicht weg.
Inhalt
Im meinen Vorlagen steht hier mein Manuskripttext oder das Stichwort „Interview“. Macht ein Interview den Hauptinhalt meines Podcasts aus, dann notiere ich mir hier Worte einer Überleitung. Etwa „hören Sie selbst“ oder „als erstes habe ich XY gefragt…“.
Ich notiere mir auch, mit welchen Worten das Interview endet und versuche dies dann entsprechend in meiner Abmoderation aufzunehmen. Zum Beispiel mit einer Zusammenfassung oder einem Fazit.
Ob Sie Ihr Manuskript ausformulieren oder nur Stichworte notieren ist eine ganz persönliche Entscheidung. Freies Sprechen hört sich oft besser an und beim Vorformulieren sollten Sie auf einen mündlichen Stil setzten. Mehr dazu finden Sie in meinen Beiträgen über das Schreiben fürs Hören.
Schluss
Vielleicht möchten Sie am Ende noch einige Hinweise in eigener Sache machen, auf eine Veranstaltung hinweisen oder ein Angebot. Bei mir könnte das immer noch ein Hörtipp oder eine neue Podcast-Entdeckung sein. Eine Art Cliffhanger wäre ein Hinweis darüber, was in der nächsten Episode kommt.
In meiner Vorlage notiere ich mir genau, was ich sagen will. Die genauen Daten, Uhrzeiten und weiterführende Links.
Outro/Abschlussformel
Jürgen Wiebecke beendet sein philosophisches Radio auf WDR 5 immer mit den Worten „Grübeln Sie nicht zuviel“ und sehr nett finde ich die Worte von Ranga Yogeshwar am Ende von Quarks & Co: „Danke fürs zuschauen, empfehlen Sie uns weiter und bleiben Sie uns treu.“ – Tja, was will man mehr von seinen Hörern? Vielleicht noch ein Feedback – und dafür brauchen sie eine E-Mail-Adresse 😉
Zum Abschluss oder im Outro sollten Sie nochmal Ihren Namen nennen und die URL Ihrer Website. Schon aus rechtlichen Gründen, das Impressum betreffend.
Das Arbeiten mit Vorlagen spart mir viel Zeit,
- da ich nicht jedes Mal überlegen muss, wie begrüße oder verabschiede ich meine Hörerinnen.
- da es mir die Erstellung der Shownotes erleichtert. Alle URLs auf die ich verlinken möchte, habe ich dort schon notiert und die Situierung funktioniert häufig gut als Teaser. Mit Copy and paste ist es schnell in den Blog übertragen.
- weil ich bei der Aufnahme nichts vergesse und sie nicht wiederholen muss. Zum Beispiel den Hinweis auf das nächste Seminar oder auf einen interessanten Blogbeitrag.
Außerdem sorgen Text-Vorlagen für eine gleichbleibende Struktur des Podcasts, was wiederum dem Wiedererkennungswert zugutekommt.
Projektdateien als Audio-Projektvorlagen
Ich arbeite mit dem freien und plattformunabhängigen Audioeditor Audacity. Hier erstelle ich mir aus dem Projekt, also einer .aup-Datei eine Vorlage. Im Beispiel meines Podcasts übers Podcasten lautet diese Vorlage dann PueP_xx.aup.

Hier ist es nur eine Spur, in der mein Jingle liegt. Bereits etwas ein- und ausgefadet.
In einer Audio-Projektvorlage sind Intro und Outro, Jingle und andere akustische Merkmale schon gespeichert. Bei der Produktion der nächsten Episode werden die Moderation und das Interview oder der Wort-Beitrag eingefügt, bzw. direkt im Projekt aufgenommen. Ein Jingle und vorproduzierte Intros oder Outros lassen sich dann einfach an die entsprechende Stelle verschieben. Das neue Projekt wird unter einem anderen Namen gespeichert. In meinem Beispiel Puep_02.aup. Wenn ich daraus jetzt eine MP3-Datei erstelle, bekommt auch diese automatisch den Namen Puep_02.mp3.
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Viele Podcaster:innen führen Interviews, um ihre Inhalte zu vermitteln. Das hat den Vorteil, dass sie nicht alleine vor dem Mikofon sitzen müssen. Und für die Hörer:innen ist es häufig einfacher, einem Dialog zu folgen, als einem Monolog.
5 Tipps für interessante und unterhaltsame Experten-Interviews
Bereiten Sie das Interview gut vor
Bereiten Sie Ihre Fragen so vor, dass für die Hörer ein roter Faden erkennbar ist. Beantworten Sie sich die Fragen: Was soll der Hörer, die Hörerin durch das Gespräch erfahren? Was ist die Aussage oder die Botschaft? Gehen Sie das Gespräch im Vorfeld gedanklich durch. So merken Sie, wo Fragen unklar formuliert sind oder sich wiederholen.
Sie sind immer (mindestens) zu dritt im Interview
Wenn Sie ein Interview führen, denken Sie immer an Ihre Hörerinnen. Komplizierte Erklärungen sollten Sie kurz zusammenfassen, Fremdworte für Ihre Hörer erläutern oder direkt nachhaken und um eine Erklärung von Ihrer Interviewpartnerin bitten. Dazu müssen Sie Ihre Hörer und Hörerinnen natürlich kennen und das Persona-Modell eignet sich sehr gut, um Ihrer Zielgruppe Leben einzuhauchen.
Und bereinigen Sie die Aufnahme von „ähhs“ und Füllwörtern. Das werden auch Ihre Interviewpartner:innen zu schätzen wissen 😉
Recherchieren Sie zu Ihrem Interviewpartner, Ihrer Interviewpartnerin
SIE stellen Ihre Gesprächspartner zu Beginn des Gespräches vor. Lassen Sie ihn oder sie, das nicht selbst machen. So vermeiden Sie Längen gleich am Anfang. Außerdem haben SIE sich überlegt, was Ihre Hörer aus diesem Gespräch mitnehmen sollen, wissen also was wichtig und was nicht wichtig ist. Starten Sie lieber gleich mit einer spannenden, witzigen oder auch provozierenden Frage.
Wie man in den Wald hineinruft …
Stellen Sie kurze Fragen, wird Ihr Gegenüber auch eher mit straffen Antworten darauf eingehen. Nutzen Sie bereits Fachbegriffe in Ihrer Frage, werden Antworten auf dem gleichen sprachlichen Niveau sein und eventuell die Hörerinnen und Hörer abhängen. Das gleiche gilt für das Tempo und für die Klarheit in Ihrer Sprache.
Lernen Sie von den Profis
Hören Sie sich Interviews im Radio oder in professionell produzierten Podcasts an und achten Sie auf die Fragestellungen und den Aufbau der Gespräche. Wie beginnen die Moderatoren ein Interview und wie beenden Sie es? Wie reagieren Sie, wenn der Interviewpartnerinnen abschweift oder einfach kein Ende findet? Wie haken sie nach?
Vielleicht entdecken Sie Formulierungen, die Ihnen gut gefallen und die Sie in Ihrem nächsten Interview mal ausprobieren.
Hören Sie auch gerne in den Podcast von Markus Tirok Interviewhelden rein. Noch mehr Tipps von Markus Tirok bekommen Sie im Podcast übers Podcasten, in Dos and Don’ts im Podcast-Interview und in Noch mehr Tipps für ein gutes Interview im Podcast ,– inklusive seiner 7 Tipps zum Download.
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Sie haben sich mit Ihrem Interviewpartner in einem Café verabredet. „Ja, ja, da ist um die Zeit nichts los…“, versichert er oder sie Ihnen noch, als Sie Bedenken wegen möglicher störender Nebengeräusche äußern. Sie stimmen zu – und natürlich ist an diesem Tag sehr viel los, in dem sonst so ruhigen Café.
Hier vier Tipps, wie Sie in einer solchen Situation Ihr Interview retten können:
- Aufnahme sehr gut aussteuern. Denn wenn im Nachhinein die Stimme des Interviewpartners oder Ihre eigene noch verstärkt werden muss, werden die störenden Geräusche natürlich noch lauter.
- Mit Noisereduktion und anderen Effekten der Audiobearbeitungssoftware lassen sich störende Nebengeräusche etwas reduzieren. Doch wenden Sie Effekte nur vorsichtig an und hören Sie immer gut hin, ob es die Aufnahme tatsächlich verbessert oder ob Sie dadurch noch störendere Artefakte erzeugen.
- Gewöhnen Sie sich an, bei einem Interview immer ca. 1 Minute Atmo aufzunehmen. Diese „Atmo“ können Sie dann auf einer gesonderten Spur unter den O-Ton legen und ein- bzw. ausfaden. Dann ist der akustische Unterschied zum „verunreinigten“ O-Ton nicht so stark. Je nach Beitrag, kann man diese Atmo sogar unter den ganzen Beitrag legen. Zum Beispiel bei Umfragen, die Sie an unterschiedlichen Orten durchgeführt haben.
- Möglichst selbst den Ort für das Interview wählen und ihm vorher einen Besuch abstatten. Denn neben Tassengeklapper und Gesprächen kann auch Raumhall den O-Ton verderben.
Weitere Tipps? Fragen? Gerne in den Kommentaren!