Ein einprägsames Intro dient der Wiedererkennbarkeit eines Podcasts und kann mit Musik gestaltet werden, die diesen Effekt verstärkt. Denken Sie an den Vorspann des Tatorts im Fernsehen – sie hören sofort, dass jetzt der Krimiabend beginnt.

Die gleiche Wirkung hat das Intro im Podcast. Sie wissen schnell, was Sie erwartet, und können sich innerlich zurücklehnen. Und wenn die Musik Ihre Hörerinnen und Hörer noch in die passende Stimmung versetzt – umso besser!

Der Introtext sollte nicht zu lang sein. Er beinhaltet den Namen des Podcasts, Ihren eigenen Namen, ein paar Worte zum Inhalt und manchmal auch zum Nutzen für die Hörerinnen und Hörer. Viele Podcasterinnen und Podcaster nennen hier auch die Nummer der jeweiligen Folge. Der Episodeninhalt, also ein „Und heute geht es um …“, kann noch im Intro oder erst in der jeweiligen Folge selbst kurz umrissen werden.

Der Quickie: Intro plus Jingle

Ihr Intro kann ganz einfach gestrickt sein. Sie können einen kurzen Jingle nutzten, dem direkt die Begrüßung folgt. Das sieht in Audacity dann beispielsweise so aus:

Und so hört es sich an:

Und es ist auch einfach gemacht. Öffnen Sie Audacity. Im Menü klicken Sie auf Datei, Importieren und Ton/Audio.

Es öffnet sich der Dateimanager und Sie wählen Ihren Jingle aus, der sich in einer Tonspur öffnet. Da in der Regel der Jingle ja auch noch mal am Ende der Folge im Outro zu hören ist, wiederholen Sie diesen Vorgang noch einmal. Jetzt haben Sie zwei Tonspuren.

Damit es übersichtlich bleibt, können Sie den Jingle für das Outro in die Spur des Jingles für das Intro bewegen. Aktivieren Sie das Verschiebewerkzeug in den Kontrollwerkzeugen mit der Funktionstaste F5 und ziehen Sie den Track mit dem Jingle mit gehaltener Maustaste nach oben in die erste Spur. Die leere Spur entfernen Sie mit einem Klick auf das x links oben im Tonspurkopf.

Jetzt starten Sie Ihre Aufnahme. Wird der Jingle bereits abgespielt, dann lassen Sie sich auch in die richtige Stimmung versetzen und sprechen Sie, wenn die Musik zu Ende ist oder schalten die obere Spur im Tonspurkopf stumm.

Sie können Ihr Intro inklusive Jingle jetzt als WAV-Datei exportieren – im Menü „Datei“, „Ton exportieren“ – und Ihrem Inhalt in jeder Episode hinzufügen. Sprechen Sie Ihr Intro selbst, würde ich es bei jeder Folge neu sprechen und den Inhalt direkt anschließen. Denn unsere Stimme klingt nicht jeden Tag gleich, so hört sich ein vorgefertigtes Intro komisch an.

Achten Sie bei der Wahl eines Jingles darauf, dass er nicht zu lang ist. In der Regel sind die Hörerinnen und Hörer an Ihren Inhalten interessiert, weniger an Ihrer Musik. 😉

Einstieg mit Musik unterlegen

Nun hat man nicht immer einen Jingle, der nur einige Sekunden dauert, oder man möchte den ganzen Einstieg mit Musik unterlegen, sowohl das Intro als auch die Angaben zum Inhalt der jeweiligen Folge.

Um Ihnen wieder an einem Beispiel zu zeigen, wie Sie die Musik mit Audacity bearbeiten können, habe ich mich hier bei den „Free Tracks“ von IMATunes bedient. Mit 03:36 Minuten hat der Beispieltrack „This is the day“ eine Länge, auf der sich ein Intro inklusive Einstieg gut unterbringen lässt.

Öffnen Sie Audacity und importieren Sie die Audiodatei. Gehen Sie auch hier wie im oberen Beispiel vor und machen Sie dies gleich zweimal, denn den Ausstieg, die Abmoderation und das Outro, können Sie ebenfalls mit Musik unterlegen.

Dann starten Sie die Aufnahme, sprechen Ihr Intro und den Text für die jeweilige Folge ein, zum Beispiel die Anmoderation eines Interviews. Das hört sich dann zum Beispiel so an:

Um das in Audacity so hinzubekommen, nutzen Sie den Effekt „Auto-Duck“. Wichtig ist dabei, dass die Spur mit dem Musiktitel direkt über der Sprachspur liegt. Die Sprachspur ist die Steuerungsspur. Sie steuert, wo die Musik etwas leiser und wieder lauter wird und sie immer wieder kleine akustische Akzente setzt.

Markieren Sie den Clip mit der Musik und wählen Sie im Menü „Effekte“ in der sich öffnenden Liste „Auto-Duck“. Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem Sie genaue Angaben machen können, wie schnell die Musik lauter oder leiser werden soll und wie lang die Sprechpausen sein müssen, sodass die Musik hier ein Signal setzen kann.

Starten Sie mit den eingestellten Angaben und spielen Sie, wenn nötig, noch ein wenig mit den Zahlen im Dialogfenster des Effektes herum.

Die Funktion „Vorhören“ bietet Ihnen hier oft keinen ausreichenden Höreindruck, doch Sie können den „Auto-Duck“-Effekt mit „strg + z“ wieder rückgängig machen, die Angaben ändern und den Effekt erneut anwenden.

Den Effekt „Auto-Duck“ wählen Sie auch, wenn Sie die gesamte Podcast-Folge mit Musik unterlegen wollen, also einen Klangteppich erzeugen möchten.

Ein- und Ausblenden von Musik

Nun brauchen Sie wenig Worte für Ihren Einstieg und der Musiktitel ist doch etwas zu lang? Dann können Sie ihn ausfaden oder ausblenden. Dafür bietet Ihnen der Audioeditor verschiedene Möglichkeiten an: die Arbeit mit dem Hüllkurvenwerkzeug und den Effekt „Ausblenden“.

Das Hüllkurvenwerkzeug aktivieren Sie mit der Funktionstaste F2 auf Ihrer Tastatur oder mit einem Mausklick auf das entsprechende Icon.

Jetzt ist ein hellgrauer Bereich in Ihrer Tonspur sichtbar. Mit der Maus können Sie Bearbeitungspunkte am Übergang vom dunklen zum grauen Bereich setzen. Bewegen Sie diese mit gehaltener Maustaste nach oben oder unten, wird die Musik entsprechend lauter oder leiser. Das ist etwas fummelig, doch so können Sie sehr genau bestimmen, wie schnell Ihre Musik leiser werden soll, und sie ganz fein ausklingen lassen.

Das Ausblenden mit dem Effekt geht flotter, jedoch können Sie die Absenkung der Lautstärke nicht so fein justieren. Markieren Sie den Teil Ihres Titels, der ausgeblendet werden soll. Wählen Sie dann im Menü „Effekt“ und im sich öffnenden Pulldownmenü „Ausblenden“. Jetzt wird die Schnelligkeit der Absenkung auf die Länge des markierten Bereiches berechnet und entsprechend schnell, also steil, verringert sich die Lautstärke.

Dieser Effekt ist auf jeden Fall gut geeignet für das Ende Ihres Podcasts. Sollte der Musiktitel noch nach Ihrem Outro zu hören sein, können Sie ihn auf diese Weise kürzen, ohne dass es abgehackt klingt – beispielsweise so:

 

Fazit:

Mit dem freien Audioeditor Audacity können Sie auf drei verschiedene Arten Musik für Ihren Podcast bearbeiten. Probieren Sie aus, was Ihnen am besten von der Hand geht und Ihrem Zweck dienlich ist. – Viel Spaß!

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Brigitte Hagedorn

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