Anlässlich der etwas anderen Blogparade von Judith Torma Gonçalves, Rhetorikblog.com – Rhetorik für Macher, starte ich mit einer kleinen Serie zum Thema „Schreiben fürs Hören“. In meinem Beitrag zur Blogparade „Kommunikation ist wertvoll“ – Schreiben fürs Hören habe ich bereits die wichtigsten Regeln aufgelistet.

Ich finde es toll, wenn immer mehr Magazine und Zeitungen uns ihre Inhalte auch zu Gehör bringen. Doch sind die nicht immer gut zu verstehen. Denn der Schreibstil einer Zeitung – womöglich aus dem Kulturteil – ist eben nicht für die Ohren geschrieben. Der Hörer kann das Tempo nicht selbst bestimmen und er hat keine optischen Elemente zur Orientierung. Beim Hören von Podcasts oder CDs können wir zwar „zurückspulen“ oder das ganze nochmal hören – doch wie oft werden Sie oder Ihre Hörer das tun?

Die Grundsätze oder Regeln, die man beim Schreiben fürs Hören beachten sollte, orientieren sich stark an der gesprochenen Sprache. Beginnen wir mit den Verben:

Benutzen Sie Verben!

Die deutsche Bezeichnug für das Verb ist „Tätigkeitswort“. Und das passt sehr gut, denn Verben machen Ihre Hör-Texte lebendig, sie sorgen für Bewegung.

  • Wählen Sie die Verben gut aus: Verben mit der Endung „-ieren“ sind abstrakt. Sie erzeugen weder Bilder noch lösen sie eine Handlung aus. Sie können sagen, „kontaktieren Sie mich“ oder  Sie sagen: „Rufen Sie mich an!“
  • Suchen Sie passende Verben: Steht der Turm dort nur oder ragt er vielleicht in den Himmel? Fährt das Auto nur oder rast es vielleicht?
  • Ersetzen Sie Substantive durch Verben: Sehr beliebt 😉 sind Substantive, die auf  „ung“ enden. „Klärung“, „Unterzeichnung“, „Anpassung“, „Entwicklung“… Dieser Nominalstil macht einen Text schwerfällig und erinnert an Amtssprache.
  • Verb nach vorn: Hören verläuft linear und Sie sollten Ihre Hörer nicht zu lange im Ungewissen darüber lassen, was denn nun eigentlich passiert. „Heute Morgen bei leichtem Nieselregen hat die angekündigte Dozentin in Begleitung ihres Hundes an der ersten Ampel….“ Besonders anfällig sind hierfür Formulierungen mit „haben“.
  • Benutzen Sie das Aktiv: Aktivsätze sind lebendiger und verständlicher als Passivsätze:

    Der Bauer treibt die Herde auf die Straße.

    Die Herde wird auf die Straße getrieben.

    Das Passiv, die „Leidensform“, sollten Sie nur nutzen, wenn tatsächlich etwas „erlitten“ wird. Sonst ist es sprachlich ungenau.

    Im genannten Beispiel ist es vielleicht nicht wichtig, wer die Schafe auf die Straße treibt, doch wie sieht es aus, wenn Demonstranten in die Enge getrieben werden…
    Ähnlich verschleiernd wirkt übrigens auch der Nominalstil: Wenn Sie das Verb substantivieren, dann müssen Sie nicht sagen, wer etwas tut.

Das sind aus meiner Sicht – die Verben betreffend – die wichtigsten Aspekte, damit Hörtexte auch leicht verstanden werden. Viele dieser Regeln treffen natürlich auch auf Lesetexte zu. Gerade im Internet überfliegen wir häufig die Artikel und sind dankbar für gut verständliche und anschauliche Beiträge.

Im nächsten Teil „Schreiben fürs Hören“ geht es um den Satzbau.

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Brigitte Hagedorn

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