PüP139 – Podcasten aus Neugier und wie KI die Produktion erleichtert

von Brigitte Hagedorn | Der Podcast übers Podcasten

Drei Podcasts, KI und ganz viel Neugier

Was bringt jemanden dazu, gleich drei Podcasts zu produzieren?

Diese Frage habe ich Jana Schlosser gestellt. Die Kommunikationsdesignerin nennt drei Podcasts ihr eigen: Snackable, Ist das schön?! und So viel Zeit muss sein. Schnell wird im Gespräch deutlich: Dahinter steckt weniger eine Marketingstrategie als vielmehr große Neugier und die Freude an guten Gesprächen.

Jana beschreibt Podcasten als eine natürliche Verlängerung ihrer Arbeit. Sie begleitet Menschen bei der Entwicklung von Marken, Büchern und Ideen – und genau diese Form der Kommunikation findet auch in ihren Podcasts statt.

Besonders spannend fand ich ihren aktuellen Podcast Ist das schön?!. Darin geht es nicht um Beauty oder Oberflächlichkeiten, sondern um die Bedeutung von Schönheit im Alltag und darum, wie sie unser Wohlbefinden beeinflusst.

Mindestens ebenso interessant ist jedoch ihr Produktionsworkflow.

Jana produziert ihre Folgen mit Riverside, veröffentlicht sie zusätzlich auf YouTube und nutzt die automatisch erzeugten Shorts als Marketinginstrument. Dabei verlässt sie sich keineswegs blind auf die KI. Sie überprüft die Vorschläge, verlängert viele Clips und entscheidet bewusst, welche Ausschnitte veröffentlicht werden.

Auch bei den Transkripten setzt sie auf spezialisierte Werkzeuge. Statt der automatischen Transkription von Riverside verwendet sie MacWhisper, dessen Ergebnisse sie anschließend in Claude weiterverarbeitet. Dort lässt sie das Transkript sprachlich überarbeiten, bittet die KI um Hinweise auf mögliche Längen und erstellt daraus Shownotes oder weitere Begleittexte.

Besonders gut gefällt mir ihr Umgang mit KI: Sie nutzt sie nicht zum Ersetzen ihrer eigenen Arbeit, sondern zur Vereinfachung von Routinen.

Ihre LinkedIn-Beiträge schreibt sie beispielsweise weiterhin selbst.

Ein Satz aus unserem Gespräch ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:

"Ich benutze KI zur Vereinfachung von Prozessen."

Genau darin liegt für mich eine sehr sinnvolle Form des KI-Einsatzes. Nicht die Kreativität wird ausgelagert, sondern die vielen kleinen, zeitaufwendigen Arbeitsschritte rund um eine Podcastproduktion.

Beeindruckend fand ich auch den Aufwand, den Jana für ihren Podcast betreibt. Ein kompletter Arbeitstag pro Woche fließt allein in Vorbereitung, Aufnahme, Schnitt, Website, YouTube, Shorts, Transkript, Blogbeitrag, LinkedIn und Newsletter.

Das zeigt einmal mehr: Ein Podcast entsteht nicht mit dem Drücken der Aufnahmetaste. Die eigentliche Arbeit beginnt oft erst danach.

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